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Edelmetalle

Echtschmuck wird aus verschiedenen Materialien hergestellt. Wichtigste Grundmaterialien sind Edelmetalle. Als Edelmetalle bezeichnet man Metalle, die auch bei höheren Temperaturen keine Verbindung mit Sauerstoff eingehen, d.h. nicht oxidieren, nicht rosten und nicht anlaufen. Diese Eigenschaften haben Gold, Platin, Silber und die für die Schmuckherstellung weniger wichtigen Platinnebenmetalle Rhodium und Palladium.

Gold

Kein Metall hat die Menschen so beeinflusst wie Gold.

Gold ist des dehnbarste Edelmetall. Es kann bis zu einer Blättchenstärke von 0,0001 mm gewalzt werden. Aus einem Gramm Feingold lässt sich ein Draht von 2 km Länge ziehen. Diese Dehnbarkeit macht Gold aber auch für den Gebrauch zu weich. Deahalb wird Gold vor der Weiterverarbeitung legiert, das heisst mit härteren Metallen vermischt.

Man unterscheidet je nach Art der Goldlegierung
Gelbgold (Feingold , Silber und Kupfer zu etwa gleichen Teilen)
Rotgold (Feingold, Silber und Kupfer, wobei der Kupferanteil überwiegt)
Weissgold (Feingold, Nickel und Palladium).
Das genaue Mischungsverhältnis ist ein Geheimnis der verschiedenen Scheideanstalten.

Die Gewichtseinheit für Gold ist Gramm. Der Stempel in einem Schmuckstück gibt an, wieviel Feingoldanteile (immer auf 1000 Anteile bezogen) es enthält.

333/--- 333 Gewichtsanteile sind Feingold,
die restlichen 667 Teile sind andere Metalle.
8 Karat
585/--- 585 Gewichtsanteile sind Feingold,
die restlichen 415 Teile sind andere Metalle.
14 Karat
750/--- 750 Gewichtsanteile sind Feingold,
die restlichen 250 Teile sind andere Metalle.
18 Karat
1000/--- 1000 Gewichtsanteile sind Feingold. 24 Karat

Früher gab man die Goldanteile in Karat an. Nach dem Gesetz über Einheiten im Messwesen ist heute die Angabe Karat dem Edelsteingewicht vorbehalten.

Bestimmung der Goldlegierung

Goldlösungsmittel sind Chlor, Brom und Zyan - Kaliumlaugen. In der Praxis verwendet man aber Königswasser, eine Mischung aus Salzsäure und Salpetersäure, die stark chlohaltig ist. Von einem Schmuckstück wird ein Abstrich genommen. Der Goldabrieb wird mit einer Königswasserverdünnung geprüft. Für jede Legierung ist eine spezielle Königswasserverdünnung nötig. Nachteil dieser Methode: Nur die oberfläche wird geprüft, Prüfung des Kerns ist nicht möglich. Zur genauen Bestimmung der Legierung ist eine Scheideprobe nötig.

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Silber

Wie Gold ist auch Silber ein sehr weiches und dehnbares Edelmetall. Es muss deshalb vor der Verarbeitung legiert werden (hauptsächlich mit Kupfer).

Silberlegierungen:

800/000, 835/000, 925/000 (Sterlingsilber, nach der engl.Münze) Feinsilber ist ausserordentlich weich, man kann es mit einem Messer ritzen. Silber hat von allen Edelmetallen die beste Leitfähigkeit für Elektrizität und Wärme. Silber hat eine bakterientötende Wirkung . Deshalb häufige Verwendung als Besteck. Von Soldaten aus dem ersten Weltkrieg wird berichtet, dass sie mit Silbermünzen Wasser keimfrei und trinkbar machten. Silber läuft an, d.h. es reagiert mit dem Schwefelgehalt in der Luft. Mit speziellen Silberputztüchern lässt sich die dunkle Oberflächenschicht entfernen. Ausserdem werden für Bestecke Schatullen angeboten, die mit einem Spezialgewebe ausgerüstet sind; dadurch wird das Anlaufen der Silberbestecke bei geschlossener Schatulle verhindert.

Schutz auf Dauer bietet des Rhodinieren, das Überhitzen mit Rhodium. Silber wird dadurch auch kratzfest, wirkt aber auch kühler. Für Gebrauchsgegenstände wie Bestecke, Teller, Tabletts, Kaffee-, Tee-, Mokka- und Rahmservice ist die tägliche Benutzung gleichzeitig die beste Silberpflege, denn das Silber bekommt auf diese Weise erst seinen beliebten weichen, mattsilbernen Glanz. Ziergegenstände sowie Artikel des täglichen Gebrauchs, die nicht laufend einer ausgesprochen nassen Reinigung durch Spülen in heissem Wasser unterworfen sind, könne hartlackiert werden. Bei dieser Hartlackierung wird ein besonderer farbloser Lack bei 120 Grad Celsius etwa 20 bis 25 Minuten lang eingebrannt.

Unter der Bezeichung "Neusilber" bzw. "Alpaka" werden Legierungen aus Kupfer, Nickel und Zink verstanden. Sie verdanken ihren Namen dem silberartigen Aussehen das durch einen Nickelgehalt zwischen 10 und 20 % erreicht wird.

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