Steine

Schmuck-Lexikon

Gold und die Edelsteine - Legende

Schmuck-Lexikon über die wertvollsten Materialien überhaupt:

Die Gewichte des Edelsteinhandels

Die Gewichtseinheit Karat (auch Carat) ist im Edelsteinhandel seit der Antike im Gebrauch und leitet sich möglicherweise vom Samenkorn ("Kuara") des afrikanischen Korallenbaumes oder vom Fruchtkern (gr. "keration") des Johannisbrotbaumes ab. Seit 1907 wird sowohl in Europa als auch in Amerika das metrische Karat (mct) von 200 mg oder 0,2 g verwendet. Vor 1907 waren die Karatgewichte an den großen Handelsplätzen etwas verschieden. Bei den Gewichtsangaben altbekannter Diamanten liest man aus diesem Grund auch ungleiche Werte. Die Unterteilung des Karats erfolgt in Bruchzahlen (z. B. 1/10 ct) oder in Dezimalen (z. B. 1,25 ct) mit zwei Nachkommastellen. Kleinst-Diamanten werden nach "Punkt" (engl. "Point") gewogen, was 1/100 Karat (= 0,01 ct) entspricht.

Das Karatgewicht der Edelsteine darf mit der Karatzahl der Goldschmiedezunft nicht verwechselt werden! Beim Gold ist Karat keine Gewichtseinheit, sondern eine Qualitätsbezeichnung. Je mehr Feingold in einem Schmuckstück vorhanden ist, desto höher die Karatzahl; das Gewicht kann dabei jedesmal verschieden sein.

Gramm ist im Edelsteinhandel die Gewichtseinheit für weniger wertvolle Steine und besonders für deren Rohware (z. B. Quarze).

Nach oben

Edelsteine

Synthetische Edelsteine

Die ersten synthetischen (künstlich hergestellten) Edelsteine entstanden in den 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Für Schmuckzwecke waren sie zu klein und dienten deshalb nur wissenschaftlichem Umfang angewendet wird, die ersten wirtschaftlich nutzbaren Synthesen. Dabei wird in einem Ofen bei etwa 2000° C pulverisierter Rohstoff (Aluminiumoxid mit färbenden Zusätzen) geschmolzen. Die niederfallenden Tröpfchen treffen auf einen kleinen Sockel, auf dem sie auskristallisieren und allmählich eine birnenförmige Gestalt, die Schmelzbirne, aufbauen. Sie ist im Inneren, obwohl sie keine Kristallflächen besitzt, einem natürlichen Kristall völlig gleich. Die Schmelzbirnen werden etwa 1,5 cm stark, mehrere Zentimeter hoch und erreichen ein Gewicht von 200 bis 500 Karat. Ihre Wachstumszeit beträgt ca. 4 Stunden. Vor dem Schleifen werden die Birnen, um die inneren Spannungen zu lösen, durch einen kleinen Schlag in der Längsrichtung geteilt.

Zuerst produzierte Verneuil Rubine, 1910 folgten synthetische Saphire, später farblose (Diamondit genannt), gelbe, grüne und alexandritfarbige Korunde. Durch Zugabe von Rutilsubstanz in die Schmelze gelang 1947 in den USA die Züchtung von synthetischen Sternrubinen und -saphiren. Im Verneuil-Verfahren werden seit 1926 ebenso synthetische Spinelle gewonnen, deren Zusammensetzung aber gegenüber natürlichen Spinellen etwas verschieden ist. Auch ist es bisher nicht gelungen, die echten Farben des Spinells zufriedenstellend nachzuahmen. Sehr gute Farbtöne werden aber bei anderen Edelsteinen erreicht, z. B. beim Aquamarin, Turmalin und beim blauen Zirkon. Synthetische Smaragde von Edelsteingröße gibt es erst seit den 40er Jahren, obwohl die Züchtungsversuche 100 Jahre zurückreichen. Die Herstellungsverfahren sind sehr verschieden. In Österreich werden zum Beispiel geschliffene, blasse Berylle mit einem Smaragdüberzug versehen.

1955 gelang in den USA und in Schweden mit speziellen Hochdruckverfahren (50.000 - 100.000 at und 1.500 - 2.400°C) eine Diamant-Synthese; 1970 wurden Diamanten in Edelsteinqualität und nutzbarer Größe gewonnen. Die Verfahren sind jedoch so teuer, daß sich synthetische Diamanten auf dem Edelsteinmarkt vorerst nicht durchsetzen können. Für Industriezwecke sind sie unentbehrlich. Seit 1948 gibt es den synthetischen Rutil (Titania oder Diamonit, nicht zu verwechseln mit Diamondit). Er besitzt eine Dispersion, die sechsmal so hoch ist wie beim Diamant. Synthetischer Bergkristall dient nur technischen, synthetischer Granat wissenschaftlichen Zwecken. Es gibt heute wohl keinen Edelstein mehr, der nicht synthetisch nachgeahmt werden kann.

Es gibt synthetische Steine, die in der Natur kein Gegenstück haben, wegen ihrer hervorragenden optischen Eigenschaften aber dennoch zu den Edelsteinen gezählt werden. Dazu gehören der 1953 entwickelte Fabulit (oder Diagem; ein Strontium-Titanat) und der YAG (oder Diamonair; seit 1969 in Edelsteinqualität; ein Yttrium-Aluminat), der Galliant (ein Gallium-Gadolinium-Granat), der Djevalith (ein Calciumzirkonoxydgemenge) und der 1977 erschienene Zirkonia (oder Phianit, auch Fianit; ein Yttriumzirkonoxydgemenge). - Diese synthetisch hergestellten Edelsteine müssen im Handel auch als "synthetisch" bezeichnet werden. Eine Mittelstellung zwischen Synthese und Dublette nehmen die sog. rekonstruierten Steine ein. Sie werden aus kleinen Splittern echter Edelsteine zu größeren Formaten zusammengeschmolzen.

Nach oben

Handelsübliche Bezeichnungen und richtige Mineralnamen

Handelsübliche Bezeichnung

Richtiger Mineralname

Adelaide-Rubin

Pyrop

Afrika-Smaragd

grüner Fluorit

Alabanda-Rubin

Almandin

Alaska-Diamant

Bergkristall

Almandin-Rubin

roter Spinell

Almandin-Spinell

Almandin

Amerika-Jade

grüner Vesuvian

Amerikanischer Rubin

Pyrop

Aquamarin-Chrysolith

olivfarbener Beryll

Arizona-Rubin

Pyrop

Arizona-Spinell

roter Granat

Arkansas-Diamant

Bergkristall

Bahia-Topas

Citrin

Balas-Rubin

rosa Spinell

Blauer Alexandrit

Saphir

Blauer Mondstein

Chalcedon

Böhmischer Chrysolith

Moldavit

Böhmischer Diamant

Bergkristall

Böhmischer Granat

Pyrop

Böhmischer Rubin

Pyrop oder Rosenquarz

Böhmischer Topas

Citrin oder gebrannter Amethyst

Brasil-Aquamarin

hellblauer Topas

Brasil-Chrysolith

Chrysoberyll oder Turmalin

Brasil-Rubin

rosa Topas

Brasil Saphir

blauer Topas

Brasil-Smaragd

grüner Turmalin

Ceylon-Diamant

farbloser Zirkon>

Ceylon-Katzenauge

Chrysoberyll-Katzenauge

Ceylon-Opal

Mondstein

Ceylon-Rubin

Almandin

Deutscher Diamant

Bergkristall

Deutscher Lapis

blau gefärbter Jaspis

Falscher Amethyst

violetter Fluorit

Falscher Chrysolith

Moldavit

Falscher Rubin

rosenroter Fluorit

Falscher Saphir

blauer Fluorit

Falscher Smaragd

grüner Fluorit

Gold-Topas

Citrin oder gebrannter Amethyst

Granat-Jade

grüner Grossular

Indien-Jade

Aventurin

Indischer Topas

Citrin oder gebrannter Amethyst

Kalifornischer Rubin

Grossular

Kandy-Spinell

Ceylon-Granat

Kap-Chrysolith

grüner Prehnit

Kap-Rubin

Pyrop

Kap-Smaragd

grüner Prehnit

Kieselkupfer-Smaragd

Dioptas

Königstopas

rötlichglber Korund

Korea-Jade

Serpentin

Kupfer-Smaragd

Dioptas

Lithion-Amethyst

Kunzit

Lithion-Smaragd

Hiddenit

Madeira-Topas

Citrin oder gebrannter Amethyst

Marmarosch-Diamant

Bergkristall

Matura-Diamant

farbloser gebrannter Zirkon

Mexikanischer Diamant

Bergkristall

Mexikanischer Jade

grüner Kalkstein

Montana-Rubin

Grossular

Orientalischer Amethyst

violetter Spinell

Orientalischer Aquamarin

grünlichblauer Saphir

Orientalischer Hyazinth

rosa Saphir

Orientalischer Saphir

blauer Turmalin

Orientalischer Smaragd

grüner Saphir

Orientalischer Topas

gelber Saphir

Pakistan-Jade

Vesuvian

Palmira-Topas

Citrin oder gebrannter Amethyst

Quarz-Topas

Citrin

Rauchtopas

Rauchquarz

Rio-Grande-Topas

Citrin

Rubin-Spinell

roter Spinell

Sächsischer Chrysolith

Topas

Sächsischer Diamant

farbloser Topas

Salamanca-Topas

Citrin oder gebrannter Amethyst

Saphir-Spinell

blauer Spinell

Schottischer Topas

Citrin

Serra-Topas

Citrin oder gebrannter Amethyst

Siam-Aquamarin

blauer Zirkon

Sibirischer Chrysolith

Demantoid

Sibirischer Rubin

roter Turmalin

Sibirischer Smaragd

grüner Turmalin

Sibirischer Topas

blauer Topas

Simili-Diamant

Glasimitation

Sklaven-Diamant

farbloser Topas

Spanischer Topas

Citrin oder gebrannter Amethyst

Straß-Diamant

Bergkristall oder Glasimitation

Südpazifik-Jade

Chrysopras

Swiss Lapis

blau gefärbter Jaspis

Synthetischer Aquamarin

aquamarinfarbener synthet. Spinell

Syrischer Granat

Almandin

Topas-Quarz

Citrin

Topas-Saphir

gelber Saphir

Transvaal-Jade

grüner Grossular

Ural-Smaragd

Demantoid

Wiener Türkis

blau gefärbte Tonerde

Nach oben

Kontakt

Hero-Kette

Miteilung an Amara

Miteilung an Amara

Adressänderung

Adressänderung

Katalog anfordern

Katalog anfordern

Schmucklexikon

Schmucklexikon
Besuchen Sie auch