Edelsteine
Edelsteine
Verarbeitung von Edelsteinen
Edelsteine werden oft vor und / oder nach dem Schleifen erhitzt oder mit farblosen Substanzen behandelt, um ihr Erscheinungsbild im Hinblick auf ihre Reinheit zu verbessern.
Saphir
Saphir
Farbe: | blau in verschiedenen Tönungen, farblos, rosa, orange, gelb, grün, violett, schwarz |
Strichfarbe: | weiß |
Mohshärte: | 9 |
Spez. Gewicht: | 3,99 - 4,00 |
Spaltbarkeit: | keine |
Bruch: | kleinmuschelig, uneben, splittrig |
Kristalle: | (trigonal) doppelseitig zugespitz, tonnenförmig, sechsseitige Pyramiden, taflig |
Chemie: | Al2O3 Aluminiumoxid |
Transparenz: | durchsichtig, undurchs. |
Lichtbrechung: | 1,766 - 1,774 |
Doppelbrechung: | -0,008 |
Dispersion: | 0,018 |
Pleochroismus: | blauer S. deutlich: tiefblau, grünlichblau |
Fluoreszenz: | blauer S,: (violett) keine |
Der Name Saphir (gr. "blau") wurde früher für verschiedene Steine verwendet. In der Antike - und teilweise bis ins Mittelalter hinein - verstand man unter Saphir meist den heutigen Lapislazuli. Um 1800 wurde erkannt, daß Saphir und Rubin Edelsteinqualitäten des Korunds darstellen. Zunächst erhielt nur die blaue Varietät den Namen Saphir, andersfarbige Korunde (außer rot) wurden mit speziellen, teilweise irreführenden Namen belegt, wie z. B. "orientalischer Topas" für den gelben Korund oder orientalischer Peridot für die grüne Varietät. Heute versteht man unter Saphir alle nicht roten Korunde mit Edelsteinqualität. Rote Varietäten heißen Rubin. Die verschiedenen Farben des Saphirs werden jetzt durch ein qualifiziertes Wort gekennzeichnet, z. B. grüner Saphir oder gelber Saphir. Mit dem Name Saphir ohne Zusatz wird immer nur der blaue Korund bezeichnet. Farbloser Saphir heißt auch Leukosaphir (gr. "weiß"), orangegelber Saphir Padparadscha (Singhalesisch "Lotosblüte").
xx Eine scharfe Abgrenzung zwischen Saphir und Rubin besteht nicht. Lichtrote, rosa oder violette Korunde werden im allgemeinen zu den Saphiren gestellt, denn hier haben sie im Vergleich zu den anderen Farben einen eigenständigen Wert, in der Gruppe der Rubine würden man sie zu den minderen Qualitäten zählen. Eisen und Titan sind beim blauen Saphir die farbgebende Substanz. Vanadium gibt dem violetten Saphir seine Farbe. Ein geringer Eisengehalt bewirkt die gelben und grünen Töne, Chrom rosa Farben. Am meisten geschätzt ist ein reines Kornblumenblau. Die Härte ist gleich hoch wie beim Rubin und nach einzelnen Richtungen ebenso deutlich verschieden. Eine für alle Saphire gültige charakteristische Fluoreszenz gibt es nicht. Sie ist vielmehr nach Farbe und Lagerstätte verschieden.
Einlagerungen von Rutilnadeln bewirken seidigen Glanz, in größerer Menge Katzenaugeneffekt oder einen sechsstrahligen Stern: Sternsaphir. Nach anderer Auffassung sind es im Gegensatz zum Rubin sich in drei Richtungen kreuzende Hohlkanäle und keine Rutilnadeln, die den Asterismus besorgen.
Muttergestein der Saphire sind Basalt, Marmor oder Pegmatit. Die Gewinnung erfolgt überwiegend auf alluvialen Vorkommen oder Verwitterungslagerstätten, seltener im anstehenden Gestein. Dies macht die Ausbeutungsmethoden außerordentlich einfach. Von Hand gegrabene Löcher oder abgetragene Hänge ermöglichen den Abbau der in der Tiefe liegenden edelsteinführenden Schicht. Die Trennung von Ton, Sand und Kies erfolgt durch Auswaschen der Edelsteine auf Grund ihres höheren spezifischen Gewichts. Die letztliche Auslese geschieht von Hand. - Da die farbgebenden Sustanzen beim Saphir (besonders Eisen) häufiger vorhanden sind als die seines Brudersteins Rubin (nämlich Chrom), ist der Saphir viel weiter verbreitet als der Rubin. Die gegenwärtig wirtschaftlich bedeutenden Saphir-Lagerstätten liegen in Australien, Birma, Sri Lanka und Thailand. Australische Vorkommen sind in Queensland seit 1870 bekannt. Muttergestein ist Basalt; aus dessen Verwitterungsschutt die Saphire ausgewaschen werden. Die Qualität ist allerdings bescheiden. Bei künstlichem Licht sind die sonst tiefblauen Steine tintenfarbig, blaugrün bis nahezu schwarz. Auch hellere Qualitäten zeigen einen Stich ins grünliche. Neuerdings werden schwarze Sternsaphire gewonnen. Begleitmineralien sind Pyrop, Quarz, Topas, Turmalin, Zirkon. - Seit 1918 gibt es Funde in Neu-Südwales mit guten blauen Qualitäten. Diese Lagerstätten sollen in den letzten Jahren sehr ergiebig geworden sein.
In Oberbirma bei Mogok wurden alluviale Lagerstätten ausgebeutet, die neben Saphir auch Rubin und Spinell enthalten. Muttergestein ist ein Pegmatit. 1966 wurde hier der größte Sternsaphir gefunden, ein Kristall von 63.000 Karat (= 12,6 kg). Seit der Antike werden in Sri Lanka Saphire gewonnen. Die Lagerstätten befinden sich im Südwesten der Insel, im Gebiet von Ratnapura. Muttergestein ist ein dolomitisierter Kalkstein, der in Granit bzw. Gneis eingelagert ist. Ausgebeutet werden 30 - 60 cm mächtige Flußgeröll-Seifen (nach der Eingeborenensprache "Illam" genannt) in 1 bis 10 m Tiefe. Die viele Begleitmineralien sind: Apatit, Cordierit, Epidot, Granat, Mondstein, Quarz, Rubin, Sinhalit, Spinell, Topas, Turmalin und Zirkon. In Thailand sind zwei Saphir-Lagerstätten bekannt: eine (Bang-Kha-Cha) liegt bei Chanthaburi, 220 km südöstlich von Bangkog, die andere (Bo Ploi) bei Kanchanaburi, 120 km nordwestlich von Bangkog. Muttergestein ist Marmor bzw. Basalt, ausgebeutet werden Seifen- oder Verwitterunslagerstätten. Die Begleitmineralien sind: Granat, Rubin, Spinell und Zirkon. gewonnen werden gute, verschiedenfarbige Qualitäten, auch Sternsaphire. Die blauen Saphire haben tiefe Farbe, neigen allerdings zu Blaugrün. Die begehrtesten Saphir-Qualitäten kamen früher aus Kaschmir / Indien, wo sich die Lagerstätten in 5.000 m Höhe im Zaskar-Gebiet, 200 km südöstlich von Srinagar, befinden. Seit 1880 werden sie mit unterschiedlichem Erfolg ausgebeutet, scheinen jetzt aber erschöpft zu sein. Muttergestein ist ein stark kaolinisierter Pegmantitgang in kristallinen Schiefern. Dessen Verwitterungsschutt liefert Saphire in tiefem Kornblumenblau, oft mit seidigem Schimmer. - Die heute als Kaschmir-Saphire angebotenen Steine kommen meist aus Birma.
1894 wurden Saphirlagerstätten in Montana / USA entdeckt. Muttergestein ist ein Andesitgang. Gewinnung der Edelsteine erfolgt durch Abbau des Muttergesteins wie auch des Verwitterungsschuttes. Die Farbe der Saphire ist sehr unterschiedlich, oft blaßblau, oder stahlblau. Der Abbau wurde Ende der zwanziger Jahre eingestellt. Weitere Lagerstätten gibt es in Brasilien (Mato Grosso), Kambodscha (im Westen), Kenia, Malawi, Simbabwe, neuerdings in Nigeria und Tansania (im Norden). Vereinzelt wurden auch in Finnland (Lappland) Sternsaphire gefunden. Große Saphire sind Raritäten. Sie werden teilweise mit eigenen Namen belegt wie berühmte Diamanten. Das American Museum of Natural History/New York besitzt den "Stern von Indien", wohl den größten geschliffenen Sternsaphir (536 ct), außerdem den "Mitternachts-Stern", einen schwarzen Sternsaphir (116 ct). Der "Stern von Asien", ein Sternsaphir von 330 Karat wurde vom Smithsonian Institut/Washington erworben. Zwei berühmte Saphire (St. Edward´s und Stuart-Saphir) befinden sich im englischen Kronschatz. In den USA wurden aus drei je etwa 2.000 Karat großen Saphiren Skulpturen mit den Köpfen der US-Präsidenten Washington, Lincoln und Eisenhower geschnitten.
Verwechslungsmöglichkeit besteht mit zahlreichen Edelsteinen. Der blaue Saphir hat Ähnlichkeit mit Benitoit, Cordierit, Kyanit, Spinell, Tansanit, Topas, Turmalin, Zirkon, ebenso mit blauem Glas. - Im Handel werden oft viele irreführende Namen verwendet. Dubletten: Blaues Kobaltglas und dünne Granatauflage als Tafel. Auch Oberteil aus grünlichem Saphir und Unterteil aus synthetischem blauem Saphir. Neuerdings Dubletten aus zwei kleinen natürlichen Saphiren. Nachahmungen von Sternsaphiren durch Verwendung von Sternrosenquarz, dem auf flacher Unterseite blauer Email aufgeklebt wird oder indem auf glatter Unterseite von synthetischem Cabachon oder Glas Sterne eingeritzt werden. Synthetischer Saphir mit Eigenschaften, die dem natürlichen sehr gleichen, wurden Anfang dieses Jahrhunderts gezüchtet. Synthetische Sternsaphire von Schmuckqualität sind seit 1947 bekannt.
Achat
Achat
Farbe: | verschieden, gestreift | |
Strichfarbe: | weiß | |
Mohshärte: | 6 1/2 - 7 | |
Spez. Gewicht: | 2,60 - 2,65 | |
Spaltbarkeit: | keine | |
Bruch: | uneben | |
Kristalle: | (trigonal) mikrokristalline Aggregate | |
Chemie: | SiO2 (Siliciumdioxid) | |
Transparenz: | durchscheinend, undurchsichtig | |
Lichtbrechung: | 1,544 - 1,553 | |
Doppelbrechung: | + 0,009 | |
Dispersion: | keine | |
Pleochroismus: | fehlt | |
Fluoreszenz: | gelb gefärbt: 7000, (6650), (6340) | |
innerhalb der Bänderung verschieden; z. T. stark: gelb, blauweiß |
Der Name Achat soll sich von einem Fluß in Sizilien, dem Achates (wahrscheinlicher Fundort der Antike), ableiten. Ob sich der heutige Fluß Dirillo im Südosten des Landes dahinter verbirgt, ist nicht sicher. Achat ist ein gestreifter Chalcedon, der gelegentlich von etwas Opalsubstanz durchsetzt ist. Die einzelnen Bänder können recht eintönig oder auch verschiedenfarbig sein. Achate der heute erschöpften deutschen Lagerstätten hatten zarte Farben von Rosa, Rot und Bräunlich, getrennt durch leuchtende graue Zwischenlagen. Die südamerikanischen Achate sind meist unansehnlich grau ohne besondere Zeichnung und werden deshalb gefärbt. Die Transparenz ist verschieden von undurchsichtig bis fast durchsichtig. Die meisten Achate sind in dünnen Scheiben durchscheinend.
Achate finden sich als kugelige oder mandelförmige Einlagerungen von Millimtergröße bis zu mehreren Metern Umfang in kieselsäurearmen Vulkangesteinen (Melaphyre, Porphyrite). Durch rhythmische Kristallisation entsteht die streifige Zeichnung. Über deren Ablauf gehen die Meinungen allerdings auseinander. Während man früher glaubte, daß sich in Gasblasenhohlräumen nach und nach kieselsäurereiche Lösungen als Achatstreifen auskristallisierten, gewinnt neuerdings jene Theorie an Bedeutung, die die Enstehung gleichaltrig mit der Bildung des Muttergesteins sieht. Danach kühlen sich in der Lava enthaltene flüssige Kieselsäuretropfen gleichzeitig mi dem Erkalten des Gesteins ab und bewirken so eine lagenweise Kristallisation von außen her. In der Außenschicht und in den obersten Achatlagen bildet sich durch Verwitterung eine weiße Kruste. Wenn das Innere der Mandel nicht voll mit Achatmasse ausgefüllt wird, können sich in dem verbleibenden Hohlraum gut entwickelte Kristalle bilden: Bergkristall, Amethyst und Rauchquarz, gelegentlich von Calcit, Hämit, sidrit und Zeolith begleitet. Eine Mandel mit einem von Kristallen ausgekleideten Hohlraum nennt man nach einem alten Bergmannsausdruck Druse. Von einer Geode spricht man, wenn das Innere ganz ausgefüllt ist.
Opal
Opal
Bei den Opalen unterscheidet man drei Gruppen: die schillernden Edelopale, die gelbroten Feueropale und die weit verbreiteten Gemeinen Opale (Gewöhnliche Opale). Ihre physikalischen Eigenschaften unterliegen erheblichen Schwankungen.
Farbe: | weiß, grau, blau, grün, orange, schwarz; teilweise Opalisieren |
Strichfarbe: | weiß |
Mohshärte: | 5 1/2 - 6 1/2 |
Spez. Gewicht: | 1,98 - 2,50 |
Spaltbarkeit: | keine |
Bruch: | muschelig, splittrig, spröde |
Kristalle: | amorph; niedrig, traubige Aggregate |
Chemie: | SiO2 . nH2O (wasserhaltiges Siliciumdioxid) |
Edelopal
Ein regenbogenartiger Schiller, der sich je nach Blickwinkel verändert, ist das Besondere an diesen Edelsteinen. In den 60er Jahren wurde dies noch mit einer Lichtbrechung an feinsten Lamellen erklärt. Ein Elektronenmikroskop zeigt bei <nobr>20 000-facher</nobr> Vergrößerung die wirkliche Ursache:
Kleine (zehntausendstel Millimeter Durchmesser) aus dem Mineral Cristobalit bestehnde Kugeln, in einer Kieselgelmasse eingelagert, bewirken Reflexions- bzw. Interferenzerscheinungen. Der Opal ist strenggenommen gar keine amorphe Masse, da er immer etwas Wasser enthält; der Gehalt schwankt zwischen wenigen und 30 %. Mit der Zeit kann der Stein sein Wasser verlieren, dadurch rissig werden und sein Opalisieren vermindern. Durch Tränken mit Öl, Walrat oder Wasser verschwinden - allerdings nur vorübergehend - die Risse. Das Altern kann durch Lagern in feuchter Watte verhindert werden, was auch das Farbspiel erhöht.
Der Opal muß vorsichtig gefasst werden, da schon bei geringer Hitze Wasser austreten kann und der Opal gegen Druck, Stoß sowie gegen Säuren und Laugen empfindlich ist. Die Edelopale lassen sich in zwei Gruppen unterscheiden: die mit weißer oder heller Grundfarbe ausgestatteten Weißen Opale und die selteneren Schwarzen Opale. Ihre Grundfarbe ist dunkelgrau, dunkelblau, dunkelgrün oder grauschwarz. Ganz selten ist ein tiefes Schwarz. Eine Opalmatrix (früher Opalin genannt) ist eine bandartige Verwachsung oder eine flitterartige Einlagerung von Edelopal mit bzw. in Muttergestein. Wegen des guten Kontrastes wird der Opal als Edelstein geschliffen.
Rubin
Rubin
Der Rubin verdankt seinen Namen der roten Farbe (lat. rubens). Er gehört als einer der bedeutendsten Edelsteine der Korund-Gruppe an. Die farbgebende Substanz ist Chrom (rot) und bisweilen zusätzlich Eisen (bräunlich). Der Farbton variiert in der Regel je nach Lagerstätte der Steine, aber eine Herkunftsbestimmung kann aus der Färbung nicht abgeleitet werden. Ein reines Rot mit einem Stich ins Bläuliche ist die begehrteste Farbe, die sog. Taubenblutfarbe. Die Transparenz des Rubins reicht von durchsichtig über durchscheinend bis zu undurchsichtig. Die Farbverteilung ist häufig ungleichmäßig, streifig oder fleckig. Bei minderen Qualitäten werden durch Brennen oft bessere Farben erzielt. Im Rohzustand scheint der Rubin stumpf und fleckig, geschliffen glänzt er fast wie ein Diamant. Auch ist er das härteste Mineral nach dem Diamant (1/140 so hart). Beim Schleifen der Steine muß berücksichtigt werden, daß die Härte in den verschiedenen Richtungen merklich unterschiedlich ist. Für Schmuckzwecke nicht geeignete Korunde werden wegen Ihrer großen Härte als Schleif- und Poliermittel verwendet, sie bilden den mineralischen Hauptbestandteil des Schmirgels. Der Rubin ist zwar nicht spaltbar, aber nach bestimmten Richtungen bevorzugt teilbar. Da der Stein spröde ist muß beim Schleifen und Fassen vorsichtig gearbeitet werden.
Die häufig auftretenden Einschlüsse bedeuten keine Qualitätsminderung, sondern sind ein Echtheitsnachweis für Naturrubine. Die Einschlüsse können aus Mineralien, Kanälen oder anderen Hohlräumen bestehen und geben oftmals einen Hinweis auf die Lagerstätten. Einen zarten Schimmer (Seide genannt) bzw., bei entsprechendem Cabochonschliff, einen Katzenaugeneffekt und den sehr beliebt Asterismus mit einem sechsstrahligen Stern, der über die Oberfläche hinweggleitet wenn der Stein bewegt wird, bewirken eingeschlossene Rutilnadeln. Das Muttergestein des Rubins ist überwiegend ein dolomitisierter Marmor, der durch eine Kontaktmetamorphose von Granit mit Kalkstein entstanden ist. Auf diesen Primärlagerstätten ist der Rubinanteil jedoch zu gering für eine wirtschaftliche Nutzung. Deshalb werden die Rubine auf alluvialen Vorkommen gewonnen. Beim Waschen von Flußsand und -kies wird der Edelstein wegen seines hohen spezifischen Gewichts in einem Konzentrat angereichert und kann dann von Hand verlesen werden. Die Produktionsmethoden sind heute noch genauso primitiv wie vor Jahrhunderten. Die wichtigsten Vorkommen liegen in Oberbirma in der Nähe von Mogok. Dort liegt die rubinführende Schicht mehrere Meter unter der Oberfläche und wird durch Schürfgräben und Schächte abgebaut.
Die hier gewonnenen Rubine sind oft taubenblutfarbig und gelten als die wertvollsten Rubine schlechthin. Als Begleitmineralien kommen u. a. Granat, Mondstein, Saphir, Spinell Topas und Turmalin vor. Weitere bedeutende Fundorte sind Thailand, wo die Rubine meist einen Stich ins Bräunliche haben, Sri Lanka (überwiegend hell- bis himbeerrot) und Tansania (meist undurchsichtig, violette bis braunrote Farbe). Es gibt noch eine Reihe anderer Lagerstätten, die aber von geringerer Bedeutung sind, wie z. B. in Australien, Brasilien, Pakistan ,Simbabwe und den USA. Kleine Lagerstätten gibt es auch in der Schweiz und in Norwegen. Rubine gehören zu den teuersten Edelsteinen und goße Steine sind seltener als vergleichbare Diamanten. Der größte schleifwürdige Rubin wurde in Birma gefunden und wog 400 ct. Berühmte Steine von exquisiter Schönheit sind der Edward-Rubin ( 167 ct), der Reeves Sternrubin (138,7 ct), der De Long-Sternrubin (100 ct) und der Friedens-Rubin (43 ct; wurde 1919, also am Ende des 1. Weltkrieges gefunden und erhielt deshalb den Namen "Peace Ruby"). Bei zahlreichen Krönungsinsignien und fürstlichen Schmuckstücken sind Rubine als Glanzstücke eingearbeitet. Der eine oder andere Edelstein, den man für einen Rubin gehalten hatte, wurde bei nachträglichen Untersuchungen als Spinell entlarvt.
Der "Black Prince's Ruby" in der englichen Krone und so manch anderer entpuppten sich inzwischen als Spinelle. Meistens werden die Steine gleich in den Herkunftsländern geschliffen. Da unter dem Bestreben, ein möglichst hohes Gewicht zu behalten, aber oft die Proportionen leiden, müssen viele Steine in europäischen Schleifereien nachgearbeitet werden. Die undurchsichtigeren Steine werden im Cabochonschliff, die durchsichtigeren Qualitäten im Treppen- und Brillantschliff gearbeitet. Auf dem Markt gibt es zahlreiche Imitationen, z. B. Steine aus Glas oder Dubletten aus Granatober- und Glasunterteil. Seit Beginn dieses Jahrhunderts gibt es synthetische Schmuckstein-Rubine, die in den chemischen, physikalischen und vor allem optischen Eigenschafen den natürlichen gleichkommen. Diese lassen aber im Gegensatz zu den natürlichen Rubinen kurzwelliges ultraviolettes Licht durch. Ein weiteres sicheres Unterscheidungsmerkmal sind die Einschlüsse der Naturrubine.
Lapislazuli
Lapislazuli
Farbe: | lasurblau, violett, grünlichblau |
Strichfarbe: | hellblau |
Mohshärte: | 5 - 6 |
Spez. Gewicht: | 2,4 - 2,9 |
Spaltbarkeit: | keine |
Bruch: | kleinmuschelig, körnig |
Kristalle: | (kubisch) sehr selten; meist dichtes, körniges Aggregat |
Chemie: | Na8 [Al6Si6O24]S2 schwefelhaltiges Natrium-Aluminium-Silicat |
Transparenz: | undurchsichtig |
Lichtbrechung: | etwa 1,50 |
Doppelbrechung: | keine |
Dispersion: | keine |
Pleochroismus: | fehlt |
Absorption: | nicht auswertbar |
Fluoreszenz: | stark: weiß |
Da im Lapislazuli (arab.-lat. "blauer Stein") stets mehrere Mineralien (wenn auch nur in geringem Maße) enthalten sind (Augit, Calcit, Diopsid, Glimmer, Hauyn, Hornblende, Pyrit), zählen einige Fachleute dieses Gemenge nicht mehr zu den Mineralien, sondern zu den Gesteinen, wobei Lasurit dann als Haupgemengteil verstanden wird und nicht als Synonym zu Lapislazuli. Er ist gegen starken Druck, Hohe Temperatur, heiße Bäder, Sauren und Seifen empfendlich. Er besitzt ein Glas- bis Fettglanz. Die Farbe ist in besten Qualitäten gleichmäßig verteilt, meist jedoch streifig oder fleckig.
Eine Wertminderung bei Chile- Lapis und in russischen Steinen entsteht durch den stark hervortretenden weißlichen Calcit. Als ein Zeichen der Echtheit gilt ein fein verteilter Pyrit, der gerne gesehen wird. Zu viel Pyrit dagegen bewirkt einen unansehlichen grünen Farbton. Da abbauwürdige Lagerstätten selten sind, liegen die weitaus wichtigeren Vorkommen seit Jahrhunderten mit den besten Qualitäten an einem Quellfluß des Amu-Darja im westlichen Hindukuschgebirge/Afghanistan. Als unregelmäßige Einlagerung in Kalkstein wird Lapislazuli unter einfachen Verhältnissen und in unwegsamen Geländen gewonnen. Am Südwestende des Baikalsees befinden sich russische Lagerstätten. Ein weißer, dolomitischer Marmor ist das Muttergestein. Weniger gute Qualitäten mit viel weißfleckigem Calcit liefert Chile. Die Vorkommen liegen nördlich von Santiago in der Provinz Coquimbo.
Schon in vorgeschichtlicher Zeit wurde Lapis zu Schmuckzwecken verwendet. Im Mittelalter diente er auch als Farbstoff für Ultramarin. In Schlössern gibt es Säulenbeläge und Wandvertäfelungen aus Lapis. Heutzutage wird Lapis für Ringsteine, Halsketten, Chile -Lapis für Figuren und kunstgewerbliche Gegenstände benutzt.
Unter dem Namen Deutscher Lapis oder Swiss lagpis dient der feinkörnige graubraune Nunkirchner Lapis als Nachahmung des Lapislazuli. 1954 erschien ein synthetischer, durch Kobaltoxid gefärbter Spinell in körniger Struktur mit guter Lapisfarbe auf dem Markt. Der Eindruck eines echten Steins wurde durch eingefügte Goldflitter die den Pyrit nachahmen verstärkt. Der Lapislazulit kann mit Azurit, Dumirtierit, Lazulith, Sodalith und Glasimitationen verwechelt werden.









